Die Schlucht der freien Hunde

Von Konstantin Sergienko

Verlag: Artem

Eine Buchbesprechung von Inge Faubet | 20.03.2018

Diese ans Herz gehende Geschichte über das Leben herrenloser Hunde am Rande der Großstadt berührt Erwachsene genauso wie Kinder. Die Übersetzung aus dem Russischen von Lars Nehrhoff überzeugt in einer klaren, ansprechenden, einfachen und genau deshalb auch für Kinder gut verständlichen, aber dennoch einfühlsamen Sprache. Der Leser wird liebevoll mitgenommen auf einen Streifzug in die Welt freilebender Hunde. Die ansprechenden Zeichnungen von Michael Blechmann bereichern den Inhalt zusätzlich auf erfrischende Weise, so dass auch die Kleinsten unter den Lesern auf ihre Kosten kommen. Langeweile kommt beim Lesen dieser Geschichte, die in 20 kurzen Kapiteln auf 85 Seiten erzählt wird, nicht einen einzigen Moment auf. Dass trotz einer traurigen Realität Optimismus und Lebensfreude nicht zwangsläufig auf der Strecke bleiben müssen, das kann uns dieses Buch glaubhaft vermitteln. Erzählt wird aus der Sicht des Straßenhundes Stolzi, der nie aufgehört hat, nach der verheißungsvollen Pforte zu suchen, hinter der es einen Menschen gibt, der zu ihm gehört. Seinen Menschen!

Auch wenn der russische Autor Konstantin Sergienko (1940 – 1996) hauptsächlich für sein umfassendes Schaffen in unterschiedlichen Genres der Kinder- und Jugendliteratur gilt, so schätzt man ihn gleichzeitig als ernsthaften „Erwachsenenautor“ und fantastischen Geschichtenerzähler.

Hier haben wir es mit einem ganz besonderen Buch zu tun, was wohl jeden angeht. Tierfreunde dürften sich natürlich besonders angesprochen fühlen.

 

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