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Duschen und Zähneputzen

von: Robert Atzorn

Verlag: Eden Books

Eine Buchbesprechung von Inge Faubet | 28.09.2020


Da ist er ja wieder! Das war mein erster Gedanke, nachdem ich ihn nicht nur in einer Talkshow sitzen sah, sondern auch auf diese Neuerscheinung aufmerksam gemacht wurde. Irgendwie hatte ich doch im Hinterkopf, Robert Atzorn hätte sich längst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Das Buch weckte meine Neugier und das war gut so, denn soviel vorab: Es ist ein tolles Buch! Aber dass es eben so ein tolles Buch ist, das ist nicht Robert Atzorn allein zu verdanken, sondern hier hat auch seine Ehefrau Angelika gehörig ihre Finger im Spiel. Dazu später mehr.


Der Titel des Buches "Duschen und Zähneputzen", verbunden mit dem Untertitel "Was im Leben wirklich zählt", hinterließ zunächst mal ein Fragezeichen in meinem Kopf, denn ich konnte mir unmöglich vorstellen, dass das jemand wirklich ernst meint. Duschen und Zähneputzen sollen also die Dinge sein, die wirklich zählen im Leben? Nun, wie das gemeint ist, wird schnell klar beim Lesen dieser vergnüglichen Lektüre. Das Buch hat zwar 272 Seiten, aber ich habe es in einem Schwung gelesen (na ja, um ehrlich zu sein, an einem Wochenende!).


Der 75-jährige Schauspieler nimmt den Leser mit auf eine autobiografische Reise und präsentiert sich dabei als wunderbar menschlich, aber auch mit Ecken und Kanten. Das macht ihn glaubwürdig und damit sympathisch. Egal, ob es sich um die Stationen seiner Karriere, den Spagat zwischen Beruf und Familie, um das schwierige Verhältnis zu seinem Vater handelt oder ob sich Robert Atzorn zwischendurch einfach nur selbst reflektiert: Er nimmt jedenfalls kein Blatt vor den Mund und erzählt dabei erfrischend ehrlich, unterhaltsam und kurzweilig.Sehr gut gefallen hat mir, dass auch Angelika Atzorn zwischendurch mit eigenen von ihr verfassten Kapiteln zu Wort kommt. Das empfinde ich als ausgesprochene Bereichung und macht für mich dieses Buch noch um einiges authentischer. Der Leser wird durch Kursivschrift und den Zusatz "von Angelika Atzorn" darauf hingewiesen. Das Buch enthält zahlreiche Hochglanzfotos aus den Stationen des Schauspielers, die sein Leben und das seiner Familie dokumentieren. Das erste Foto zeigt Robert Atzorn als Zweijährigen, auf dem letzten ist er mit seiner Frau Angelika Arm in Arm zu sehen. Das Bild ist aktuell aus diesem Jahr und trägt die Unterschrift "So sehen wir heute aus." Mich persönlich hat besonders dieses Foto sehr berührt, zeigt es doch, dass es möglich ist, dass eine Ehe über so viele Jahre halten kann und es möglich ist, "zusammen alt zu werden". Diese zwei Menschen gehören zusammen und man möchte ihnen einfach nur Glück und noch viele gemeinsame Jahre wünschen.


Fazit: Lebendig geschriebenes Buch und dabei nachhaltig beeindruckend. Dem Leser wird keine Selbstbeweihräucherung zugemutet (wie es leider manchmal in Biografien der Fall ist), sondern ein Buch mit gut geschriebenem Inhalt, das mit natürlichem Charme überzeugt und auch eine kleine Portion Selbstironie nicht vermissen lässt.





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