©Brigitte van Hattem

 

Quito und die Galapagos Inseln 2020

Ein Reisebericht mit zahlreichen Abbildungen

von: Brigitte van Hattem

vhverlag

Eine Buchbesprechung von Inge Faubet | 24. März 2020

 

Reiseberichte sind nicht unbedingt meine Spezialität und gehören auch nicht wirklich zu meiner bevorzugten Lese-Kost, denn bei einigen war leider viel zu oft das große Gähnen angesagt. Allerdings ist mir nun hier ein Reisebericht untergekommen, der mich keineswegs ermüdet, sondern von der ersten bis zur letzten Seite regelrecht fasziniert und in seinen Bann gezogen hat. Die Autorin bringt nicht nur ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke, sondern darüber hinaus wertvolle Informationen so spannend rüber, dass ich beim Lesen fast vergaß, dass es ja „nur“ ein Reisebericht war, der da vor mir lag.

Brigitte van Hattem hat sich als Medizinjournalistin einen Namen gemacht, schreibt neben medizinischen Fachartikeln und Sachbüchern aber auch gern mal den einen oder anderen Roman. Das spürt man natürlich sofort, denn sie versteht es ausgezeichnet, den Leser zu fesseln. Ich persönlich habe mir bisher über die Galapagos-Inseln wenig Gedanken gemacht, empfinde dennoch diesen Reisebericht einer lieben und geschätzten Kollegin als absolute Bereicherung. Es war ein richtig schönes Gefühl, mich so ganz ohne eigenen Reisestress nachträglich in den eigenen vier Wänden mitnehmen zu lassen auf eine Reise nach Ecuador und auf die Galapagos-Inseln.

Im Januar 2020 wollte Brigitte van Hattem ihre lang ersehnte Reise antreten. So war es geplant. Bereits als Zwölfjährige träumte sie davon, einmal die Galapagos-Inseln zu besuchen. Einen Tag vor Heiligabend rief Ecuadors Umweltminister den Notstand aus, denn ein Schiff war gesunken, was 2500 Liter Diesel an Bord hatte. Am 24. Dezember gab es weit und breit zu diesem Unglück keine Nachrichten mehr. Brigitte van Hattem war verunsichert. So trat sie ihre Reise am 18. Januar zunächst mit gemischten Gefühlen an, was sich Gott sei Dank als unbegründet erweisen sollte, denn die Regierung von Ecuador hatte Horrorszenarien - wie ölverseuchte Strände - erfolgreich verhindern können.

Berührend und dabei anschaulich bebildert lässt uns Brigitte van Hattem  an ihren Reiseerinnerungen teilhaben. Als Leser spürt man, dass jeder einzelne Tag dieser ganz besonderen Reise von der Autorin dankbar wahrgenommen wurde. All ihre Eindrücke, Erlebnisse und Begegnungen in den Tagen in Quito und Umgebung und in den viereinhalb Tagen auf den Inseln schildert Brigitte van Hattem uns mit so viel Herzblut, dass man sich dem als Leser kaum entziehen kann.   

Wer auf der Suche nach nüchternen Zahlen und Fakten ist oder gar nach alphabetisch geordneten geographischen Details und geschichtlichen Hintergründen sucht, der sollte sich nach einem entsprechenden Reiseführer  umsehen. In dem vorliegenden Buch geht es um mehr, nämlich um einen ganz persönlichen Reisebericht, der so viel zu bieten hat, dass ich persönlich dafür auf jeden mit Zahlen und belehrenden Ratschlägen gespickten Reiseführer getrost verzichten könnte. Mir hat es zum Beispiel gefallen, von den Besonderheiten eines unerwartet reichhaltigen Frühstücks im Hotel zu erfahren oder nun zu wissen, warum es für einen Blaufußtölpel so wichtig ist, wirklich blaue Füße zu haben. Ich weiß nun auch, dass Schildkröten über ein gutes Gedächtnis verfügen und dass die Galapageños glauben, eine Schildkröte sähe einem direkt ins Herz. Und noch ganz viel mehr weiß ich jetzt! Das Buch hat mich nicht enttäuscht.

Fast alles, was ich hier lesen durfte, war mir ganz neu, ergo wieder einiges dazugelernt.


 

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