Geht nicht gibt's nicht

Mein filmreiches Leben

Von Regina Ziegler

Verlag: C. Bertelsmann

Eine Buchbesprechung von Inge Faubet | 13.11.2017

Geht nicht gibt’s nicht. Wer den Titel des Buches liest oder hört wird sich im ersten Moment womöglich wundern und sich den Kopf zerbrechen, welches Unternehmen es doch gleich war, das diese Worte vor nicht allzu langer Zeit als Werbeslogan nutzte und dem Fernsehzuschauer fast schon penetrant Abend für Abend um die Ohren haute. Mit der Werbung für einen Baumarkt hat das Buch von Regina Ziegler allerdings nichts zu tun. Geht nicht gibt’s nicht hat für die Autorin eine ganz andere, eine besonders tiefe und eine sehr persönliche Bedeutung. Ihre große Liebe, nämlich Wolf Gremm, war es, der diesen Satz immer wieder zu ihr sagte und genau das hat ihr Leben nicht unerheblich beeinflusst. Kein anderer Titel hätte also dieses Werk besser treffen können als „Geht nicht gibt’s nicht“.

Regina Ziegler schrieb Filmgeschichte und das bereits in einer Zeit, in der man das von einer Frau am wenigsten erwartet hätte. Aber nicht nur das. Sich als Frau erfolgreich als Filmproduzentin Anfang der Siebzigerjahre einen Namen zu machen und durchzusetzen, schien eigentlich fast unmöglich. Diese Branche gehörte den Männern. Es brauchte Mut, aber Mut hatte sie! Schon in der Schule traute sich die kleine Regina etwas, was die anderen Kinder nie gewagt hätten. Sie drückte auf den verbotenen Knopf und wollte wissen, was dann passierte. Neugier, Mut und auch gern mal gegen den Strom schwimmen, das zog sich durch ihr Leben. Die junge Regina hatte alles: Ehemann, Kind, Beruf. Welche Frau hätte sich zur damaligen Zeit getraut, aus dieser Normalität und Sicherheit auszubrechen und all das aufs Spiel zu setzen? Sie tat es, hörte auf ihr Herz und folgte ihrer großen Liebe. Das hat sie nie bereut. Wahrscheinlich wäre ihr Leben um einiges langweiliger verlaufen, wenn sie Wolf Gremm nicht begegnet wäre. Als Leser kann man sie spüren - die Einzigartigkeit, die Besonderheit einer ganz großen und tiefen Liebe, die bis in alle Ewigkeit hält, selbst dann noch, wenn Krankheit und Tod schon längst Regie führen.

Unterhaltsam, flüssig zu lesen, aber keineswegs seicht kommt diese Biografie daher. Die Autorin lässt den Leser nicht nur in die Filmbranche schnuppern und an ihren Erfolgen und Misserfolgen teilhaben. Sie zeigt sich authentisch auch als Kind, als Frau, als Ehefrau, als Mutter und als Großmutter auf eine ganz persönliche und berührende Art und Weise. Dieses Leben hat sein eigenes Drehbuch und lässt sich in keine Schablone pressen, weder in eine konventionelle noch in eine unkonventionelle. Diese Biografie nimmt den Leser mit auf eine einzigartige Lebensreise einer erfolgreichen, außergewöhnlichen und bewundernswerten Frau. Als Leser wünscht man sich, dass diese Reise noch ganz lange weiter geht.

 

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