Ich lese was, was du nicht liest

Von: Benjamin Kelm

Verlag: BoD

Eine Buchbesprechung von Inge Faubet | 06.09.2020


Dieses Buch hat mich vor eine echte Herausforderung gestellt, denn ich finde in meinen Menüpunkten keine Kategorie, in die es sich zuordnen lässt. Was ist es? Eine Biografie? Antwort: Nein! Ein Kinder- und Jugendbuch? Antwort: Nein! Ein Sachbuch? Antwort: Nein! Ein Roman? Antwort: Nein! Ein Reisebericht? Antwort: Nein! Es gibt einfach keine Schublade, in die ich dieses Buch einsortieren kann. Und genau das macht es wohl aus und war mit Sicherheit auch die Intention des Autors! Man stößt hier auf eine bunte Mischung querbeet durch unkonventionelle Lyrik über Prosa bis hin zu Songtexten aus unterschiedlichen Lebensstationen des vergleichsweise noch jungen Autors.

 

Benjamin Kelm ist 1987 geboren. Der junge Schauspieler, der in den vergangenen Monaten erst für eine Rolle im Kinofilm "Immenhof2" (kommt nächstes Jahr in die Kinos) vor der Kamera stand, hat zwischenzeitlich in Köln und London gewohnt und längere Zeit in New York City gelebt. Neben der Schauspielerei gehört das Schreiben zu seinen Leidenschaften. Für sein erstes Buch mit dem Titel "Nichts ist alltäglich" wurde er im Jahre 2016 mit dem saarländischen Autorenpreis (HomBuch-Preis) in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet.


Seine allererste Kurzgeschichte über einen kleinen Drachen, die Benjamin Kelm im Alter von zehn Jahren verfasste, hat mich berührt. Natürlich musste ich dabei automatisch an meinen sechsjährigen Enkel denken, der auch gerade "voll auf Drachen" steht und sich kleine Geschichten ausdenkt. Ganz tief und ganz persönlich berührt haben mich insbesonderre aber auch mehrere Gedichte und eins davon heißt "Kleiner Traum".


Dieses unterhaltsame, aber auch sehr außergewöhnliche Buch, finde ich absolut lesenwert. Jeder, der dieses Buch in die Hand nimmt, darf wohl mit Recht behaupten: "Ich lese was, was du nicht liest!" Benjamin Kelm bezeichnet seine Texte selbst als "Herzenstexte". Ein "besserer" Begriff fällt mir nach dem Lesen nun beim besten Willen auch nicht ein, deshalb schließe ich mich hier einfach an: Es sind zweifelsohne Herzenstexte! Ich habe soeben beschlossen, dieses Buch zum Anlass zu nehmen, das Menü auf diesen Seiten um die Kategorie "Poesie" zu erweitern. Und genau da kommt es nun rein - dieses sensible Buch mit "Herzenstexten"!


Men Fazit: herzerfrischend, berührend!

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