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Macht - Eine verführerische Kraft

Von: Anselm Grün

Vier-Türme-Verlag

Eine Buchbesprechung von Inge Faubet | 07. April 2020

 

Anselm Grün gehört zu den am meisten gelesenen Autoren, wenn es um Ratgeber geht, die sich auf einer mehr oder weniger spirituellen Ebene mit dem Wohlergehen des Menschen beschäftigen. Der Benediktiner Pater setzt sich dabei über alle Konfessionen hinweg und hat zahlreiche Bücher auf den Markt gebracht, die weltweit auf den Bestsellerlisten zu finden sind.

Der hier vorliegende aktuelle Titel ist in diesem Jahr im Vier-Türme-Verlag erschienen und beschäftigt sich mit dem Begriff "Macht". Beim Lesen dieses Buches wird spürbar, worum es dem Autor in erster Linie geht. Es geht ihm darum, auf Machtmissbrauch und damit oft einhergehende Unterdrückung aufklärend einzuwirken, die Menschen aufzurütteln und ihnen anzubieten, die "verführerische Kraft" der Macht zum Wohl aller einzusetzen.

Anselm Grün scheut sich nicht, auch die dunkle Seite der Macht deutlich anzusprechen, wie zum Beispiel den Machtmissbrauch von Politikern oder die verborgene Machtausübung der Kirche bis hin zum sexuellen Missbrauch in diesem Bereich. Gleich in der Einleitung spricht er das Problem in der Kirche an. Nach der Einleitung folgt das Kapitel "Die Macht Gottes", welches sich mit Religionsgeschichte, Bibel und Dogmatik und der Macht Jesu auseinandersetzt. Im folgenden Kapitel "Die Macht des Menschen" geht es um Definition der Macht, die Macht des Menschen als Gabe Gottes und um die verschiedenen Formen, Schauplätze und Instrumente der Macht. Das darauf folgende Kapitel "Der Missbrauch der Macht" beschäftigt sich mit der Versuchung zum Machtmissbrauch im Lukasevangelium, der dunklen Seite der Macht, der verborgenen Macht in der Kirche, dem Machtmissbrauch im politischen Bereich, den Missbrauch von Macht in Unternehmen und letztendlich mit dem Machtmissbrauch im persönlichen Bereich. Dieses Kapitel dürfte jeden einzelnen Leser direkt und persönlich ansprechen und nachdenklich stimmen! Das vorletzte Kapitel heißt "Lebensgeschichtliche Gründe für den Machtmissbrauch" und das letzte Kapitel trägt die Überschrift "Der angemessene Umgang mit Macht". Es geht um Wege zur Durchsetzung von Zielen, um Macht-Menschen, um Voraussetzungen und Bedingungen Macht zu übernehmen und um Haltungen bei der Machtausübung.

Im Schlusswort des Buches wünscht Anselm Grün allen Lesern und Leserinnen, dass sie ihr eigenens Verhältnis und ihren Umgang mit Macht mit neuen Augen anschauen und dann für sich Wege finden, wie sie mit ihrer Macht so umgehen können, dass es dem Wesen der Macht entspricht: Menschen so zu formen, dass sie dem Bild entsprechen, das Gott sich von ihnen gemacht hat.

Dieses Buch hat mich sehr nachdenklich gestimmt und ich glaube es ist wichtig, dass jeder von uns einmal innehalten und sich mit dem Inhalt auseinandersetzen sollte. Das Thema ist hochinteressant, denn immerhin verfügt ja jeder von uns über irgendeine Form der Macht und sei es "nur" die Macht der Eltern im Umgang mit ihren Kindern.

Wie man es von Anselm-Grün-Büchern kennt, ist auch dieses Buch keine Enttäuschung und hat Bestsellerqualitäten. Es ist gut verständlich in einem ansprechenden Stil geschrieben und so etwas wie ein echter "Augenöffner", denn wir bekommen einen glasglaren Blick hinter die Kulissen der Macht.

 

 

 

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