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Mein Lebenshaus hat viele Räume

Von: Susanne Hofmeister

Verlag: Kösel

Eine Buchbesprechung von Inge Faubet | 11.05.2020


Susanne Hofmeister lebt in Heidelberg und fokussiert sich in diesem Buch auf anthroposophische Biographiearbeit. Damit möchte die Ärztin dem interessierten Leser die Möglichkeit geben, die Tür zu seiner eigenen persönlichen Entwicklung ein Stück weit zu öffnen. Der Untertitel lautet: Die eigene Biographie verstehen und dem inneren Ruf folgen. Damit ist eigentlich auch schon gesagt, worum es in dieser Abhandlung geht.


Unser aller Leben ist stetigen Veränderungen unterworfen. Die Autorin geht davon aus, dass das alle sieben Jahre geschieht und in diesem Rhythmus neue Aufgaben anstehen. Eine Orientierung an dieser Ordnung soll es uns ermöglichen, unsere Erlebnisse aus der Vergangenheit zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen, Ressourcen zu gewinnen und zu nutzen und letztendlich einen Eindruck davon zu bekommen, wie wir unserer eigenen Lebensaufgabe gerecht werden können.


Anschaulich mit Abbildungen und Skizzen wird das "Lebenshaus" dargestellt und eingehend erklärt. Dieser Philosophie folgend hat das Lebenshaus viele Räume. Die einzelnen Räume interpretiert die Autorin in Lebensabschnitten vom Keller bis in den Anbau der Dachgaube. Im Keller wohnt das "Innere Kind", im Erdgeschoss liegen die drei Räume Kindheit, Schulzeit und Jugend, also die erten 21 Jahre. In den drei Räumen der darüber liegenden Etage befinden sich Wohnzimmer, Arbeitszimmer und der "James-Bond-Raum". Diese Etage behandelt das Lebensalter von 21 bis 42 Jahre. Darüber liegt das Dachatelier, in dem es um die Zeit der "Ich-Verwirklichung" geht: Mittsommerzeit, Reifezeit, Erntezeit. Das Dachatelier reflektiert die Jahre von 42 bis 63. Im Anbau der Dachgaube geht es um das Alter im "Sonnenraum". Damit gemeint sind die Jahre nach dem 63. Lebensjahr: Jetzt lebe ich meine Träume froh und frei!


Mir gefällt dieses Buch. Die Anleitungen zum Entrümpeln im eigenen Lebenshaus sind anschaulich und nachvollziehbar erklärt. Darüber hinaus machen insbesondere die Einschübe "Persönlich erlebt" dieses Buch für mich besonders authentisch. Aber auch die "Erkenntnisse aus der Psychologie des Alterns" haben meine Neugier geweckt, denn immerhin bin ich ja auch nicht mehr die Jüngste. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass so manch ein Leser nach der Lektüre dieses Buches in der Lage ist zu erkennen, was alles möglich ist, wenn man weiß, was man will.







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