Alles eine Frage der Einstellung

von: Monika Baumgartner

Verlag: Knaur

Eine Buchbesprechung von Inge Faubet | 22. November 2020


"Sie ist eine Institution, eine wundervolle Schauspielerin, ein großartiger Mensch", so lautet das Zitat von Hans Sigl ("Der Bergdoktor"), welches gleich auf der Vorderseite dieses Buches prangt. Ich war auf das Buch sehr gespannt, denn erstens finde auch ich, dass Monika Baumgartner eine tolle Schauspielerin ist, zweitens lese ich mit Begeisterung Biografien interessanter Menschen, aber drittens - und das hat meine Neugier besonders angestachelt -, verbindet mich mit dieser Frau derselbe Jahrgang. Das verleitet automatisch zu Vergleichen und bevor ich überhaupt angefangen habe zu lesen, habe ich mich dabei ertappt, insgesheim zu fragen: Wie macht sie das bloß, so gut und so jung auszusehen! Dagegen bin ich eine alte Schachtel! Na ja, bloß kein Neid und ran an das Buch!


Wir haben es hier mit einer Biografie zu tun, in der die Münchnerin, die Schauspiel studiert hat, in glaubhaft authentischer und dabei zum Teil recht humorvoller Weise aus ihrem Leben erzählt. Viel dreht sich um ihren Beruf als Schauspielerin, aber auch die Kindheit, die wilden Sechzigerjahre in München und natürlich die Liebe werden nicht ausgelassen. Der Leser kommt auf seine Kosten, denn das Buch hält tatsächlich die eine oder andere Überraschung bereit, auf die man nicht vorbereitet war. So wissen wohl zum Beispiel die wenigsten, dass es eine Tankstellenpächterin war, die Monika Baumgartner mit ihrem Hans verkuppelt hat, mit dem sie dann so glücklich wurde. Oder, dass sie zusammen mit ihrer Schwester ein Geschäft für Raumausstattung betreibt. Oder, dass sie womöglich Kfz-Mechanikerin geworden wäre, wenn es mit der Schauspielerei nicht geklappt hätte. Aber es gibt noch jede Menge anderer Dinge, die in diesem Buch zum Vorschein kommen und auf die sich der Leser freuen darf. Eine Hauptrolle spielt Monika Baumgartner als Lisbeth Gruber aber nicht nur im "Bergdoktor", sondern auch in diesem Buch. Im Kaptiel "Frau Gruber und ich" wird es Abend am Wilden Kaiser und Monika sitzt mit der imaginären Lisbeth gemeinsam auf dem Bankerl und beide tauschen sich aus. Ich musste lächeln bei diesem "Gespräch".

Wer an Monika Baumgartner denkt, hat wohl zunächst die patente und bodenständige Person im Kopf, die sie ja nicht zuletzt auch im "Bergdoktor" glaubhaft verkörpert. Diese Rolle der Frau scheint ihr zwar irgendwie durchaus auf den Leib geschrieben zu sein, aber wenn jemand denkt, dass diese Frau nicht auch anders kann, wenn sie will, der irrt sich gewaltig! Auf Seite 142 des Buches gibt es ein Foto aus dem Jahre 1986, was aus der Serie "Rosowski" stammt. Ja, und bei dieser bildhübschen und glamourösen Person handelt es sich um Monika Baumgartner. Darunter steht: "So schön wie 1986 als Theresa war ich nie wieder." Stimmt nicht ganz finde ich, denn sie ist es ja immer noch.

Das Buch enthält darüber hinaus noch zahlreiche andere Fotos. Viele davon sind in brillanter Hochglanzqualität, was den Wert des Buches noch steigert.


Fazit: Meine Vorfreude und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Langeweile kam bei mir nicht auf, im Gegenteil. Ich hätte gern noch weiter gelesen. Dieses Buch verspricht dem Leser ein unterhaltsames, kurzweiliges und charmantes Lesevergnügen.


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